EineWeltLaden verkauft faire Orangen

von H.Klausdeinken (Kommentare: 0)

Der EineWeltLaden verkauft faire Orangen

Pünktlich zu Nikolaus gibt es beim Eine'WeltLaden ein Novum: Wir verkaufen frisch geerntete Orangen aus Kalabrien / Italien. Die Orangen kommen von der Genossenschaft "SOS Rosarno". In dieser Genossenschaft arbeiten viele in Süditalien gestrandete Migranten aus Afrika als Erntehelfer. Diese bekommen normalerweise in der Gegend 25 € pro Tag und hausen in den Ruinen von alten Fabrikgebäuden. Ihre Lage ist unsäglich schlecht. Von der Genossenschaft "SOS Rosarno" werden sie  besser bezahlt, incl. Steuern und Sozialabgaben. Auch die Kleinbauern, die sie beschäftigen, bekommen mehr Geld. Dies alles wird möglich, weil der komplette Zwischenhandel ausgeschaltet und alles direkt an die Verbraucher geliefert wird. Die Ev. Kirche von Westfalen hat 18 Tonnen Orangen bestellt. Diese werden nun in ganz Westfalen verteilt und auch der EWL Dülmen bekommt einen Anteil. Die Orangen sind bio-zertifiziert, süß und saftig. Man kann sie direkt verzehren oder auspressen. Wir verkaufen Sie in unserem Laden und auch auf dem Dülmener Wochenmarkt am Freitag, den 4. Dezember."

Wir verkaufen im Dezember frische Orangen! Und das kam so:


Orangen, Zitronen, Grapefruit, Mandeln ... Rosarno, die Kleinstadt in Kalabrien, in der Nähe der Stiefelspitze, ist ein Paradies auf Erden. Doch nicht für die Bauern und Erntehelfer, die diese und andere Früchte anbauen und ernten. Von November bis April helfen ca. 2.500 Wanderarbeiter, meist afrikanische Geflüchtete, bei der Orangenernte. Sie arbeiten auf den umliegenden Plantagen für ca. 20 € am Tag. Kein Lohn, von dem man anständig leben, geschweige denn eine Miete bezahlen kann. Die Erntehelfer hausen in Ruinen stillgelegter Fabriken, zusammengepfercht und unter erbärmlichen Bedingungen. Ohne die Migranten würde die ohnehin schwache kalabrische Wirtschaft kollabieren.

 

Die Abnehmer der Früchte sind multinationale Konzerne und Handelsketten. Sie diktieren den Bauern die Preise, die nicht einmal die Produktionskosten decken. Deshalb haben die Bauern nur zwei Möglichkeiten: entweder die Früchte auf den Bäumen verfaulen zu lassen oder die Tagelöhner auszubeuten. Überall in Südeuropa malochen Migranten für Hungerlöhne auf Obst- und

Gemüseplantagen. Diese moderne Form der Sklaverei ist eine Folge des globalen Wettbewerbs. Doch in Rosarno entstand eine Keimzelle des Widerstands: Eine Gruppe von Aktivisten, Landwirten und Tagelöhnern gründeten den Verein „SOS Rosarno". Die Landwirte verpflichten sich, ihren Arbeitern Tariflöhne zu zahlen, sie mit regulären Arbeitsverträgen auszustatten und ausschließlich Bio-Landbau zu betreiben. „SOS Rosarno“ wiederum organisiert den Vertrieb an kleine Bioläden und Gruppen solidarischen Konsums.

Der Dülmener EineWeltLaden unterstützt die Arbeit von „SOS Rosarno“ und hat – über die Evangelische Kirche von Westfalen -mehrere Kisten der wohlschmeckenden Bio-Orangen bestellt. Die Früchte eignen sich sowohl zum Direktverzehr als auch zum Auspressen. Um den Nikolaustag herum möchten wir auf die Situation der Bauern und der Migranten aufmerksam machen, indem wir diese bio-faire Orangen in unserem Laden, und auf dem Wochenmarkt am Freitag, den 4. Dezmber von 9.00 – 12.30 Uhr anbieten. Kaufen Sie diese Orangen, die nicht nur gut schmecken, sondern auch noch den Geschmack von Fairness und Gerechtigkeit haben!

Stand 06.12.2020: Die Orangen trafen auf eine unerwartet hohe Nachfrage und sind derzeit ausverkauft. Wir bemühen uns um eine Nachlieferung.

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